Nepal 2014. Patenkinder, Schulen und Eindrücke einer Nepalreise

Nepal 2014. Patenkinder, Schulen und Eindrücke einer Nepalreise

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Nepal im April 2014 (das Jahr 2071 im nepalesischen Kalender)
Wie bisher jedes Jahr bringe ich auch 2014 für unsere Helfer und Paten das Schulgeld persönlich nach Nepal. Für unsere derzeit 6 Patenkinder besuche ich dazu mit ihnen gemeinsam ihre Schulen. 2 Schulen befinden sich in Kathmandu, eine in Fasku und eine in Pawati in der Provinz Dolakha. Für die beiden letztgenannten ist eine etwa 10-stündige Bußfahrt notwendig.

Trotz großer gesundheitlicher Probleme gelingt mir alles recht gut, Dank meiner vielen Helfer in Deutschland und sowie in Nepal. Mein Dank gilt auch Herrn Brackmann von fliegen24.de, der in dankenswerter Weise für mich in einer Nachtaktion kurzfristig einen günstigen Flug organisiert hat. Ich fliege vom 7.4. bis zum 1.05.2014 mit der Oman-Air und einem Zwischenaufenthalt in Muscat.
Bereits am 10.4. bringt mich der Onkel von Aaron mit seinem Motorrad zu den Jungen und in seine Schule. Für mich erstaunlich wird mir vom Principal mitgeteilt, die Rechnungen vom Vorjahr und die Kostenvoranschläge wären falsch gewesen. So hätte ich 2400 NR nachzuzahlen. Mir bleibt weiter nichts übrig als das Geld zu bezahlen. Am 12.4. gehe ich in die Schule von Kushal und Karuna. Hier findet gerade eine Schulfeier statt, zu der ich freundlich eingeladen werde. Auch nachher laden mich die Lehrer und der Principal noch zum gemeinsamen Essen in ein Restaurant ein. Obwohl niemand ahnen konnte, dass ich komme, werde ich von der Bonsai Academy mit einer Medaille geehrt. Danke dafür auch allen Helfern, die Ihren Teil dazu beigetragen haben.

Am 14. feiern die Nepalesen ihr Neujahrsfest, besonders am Durbar Square treffen sich viele Leute zu einem Konzert. Am 15.4. geht es auf große Bußfahrt gemeinsam mit den beiden Kindern Kushal und Karuna. Sie können alles übersetzten, so gut sind bereits ihre Englischkenntinisse nach nur einem Jahr in ihrer neuen Schule. Je weiter sich der alte und klapprige Tata-Buß von Kathmandu entfernt, um so schlechter werden die Straßen, um schließlich nur noch Buckelpisten zu werden. Auf dem Dach des Busses und im Gang befinden sich Ziegen und stapeln sich Säcke und diverse Kisten, manchmal auch eine große Anzahl von Menschen. Im Buß befinden sich auch Kleinkinder und Säuglinge in den Armen ihrer Mütter. Aber ich habe auch in den 10 Stunden nicht einmal ein kleines Kind weinen hören, trotz widrigster Umstände, die mit einer Fahrt in einem Buß in Deutschland nicht das geringst zu tun haben. Wie schon bei der Rückfahrt nach Kathmandu im letzten Jahr, ging auch dieses Mal der Buß vorn links fortlaufen entzwei. Im letzen Jahr war es der Federbolzen, in diesem Jahr hielten die Federklammern nicht den starken Belastungen stand. Aber die Bußfahrer sind nicht nur große Meister bei fahren, auch beim reparieren kennen sie sich aus. Es bleibt nur die Angst, abzustürzen. Gerade war das einem Buß in der Nähe von Kathmandu passiert. Oft sind auch die Sitze und Rückenlehnen nicht richtig befestigt und fallen während der Fahrt auseinander. Dann sind da noch die sehr kurzen Abstände der Sitze zueinander, die keinen Platz für die Beine lassen.
Trotz umfangreicher Suche war es mir nicht gelungen eine günstige Mitfahrgelegenheit in Richtung Osten zu finden. In Indien war das nie ein Problem. Aber ein Jeep für mich und die beiden mich begleitenden kleinen Kinder ist viel zu teuer. Das können sich nur begüterte Reisende leisten. So ist es zwar überaus anstrengend, so viele Stunden in einem Local Buss zu reisen, aber schließlich lernt man dabei auch viele Menschen kennen und erlebt manchmal erstaunliche Dinge. Am 16. gehe ich mit Puspa und Sharmila in ihre neue Schule in Fasku, die alte vom letzen Jahr existiert nicht mehr. Bereits am nächsten Tag kommt frohgelaunt ein Großvater mit 75 Jahren von Pawati her nach Fasku gelaufen. Er will die beiden Kinder und mich in sein Dorf bringen. Die Aufnahme ist wie bereits in den vergangenen Jahren fantastisch. Auch von Nachbarn werde ich eingeladen, zum Essen und auch zu einer großen hinduistischen Feier. Dabei werden zwei Jungen die Köpfe blank rasiert (bis auf einen kleinen Zipfel). Das Ritual wird nur bei Jungen durchgeführt und ist vielleicht etwas mit unserer christlichen Konfirmation vergleichbar. Dieses Ritual heißt in der hinduistischen Religion Bratabandha. Ein Junge ist nach dieser Zeremonie gereift und wird zu Erwachsenen. Hinduistische Jungen oder nun junge Männer können erst nach diesem Ritual heiraten. Am 19. Besuche ich gemeinsam mit dem Großvater und der kleinen Karuna die Schule von Rabin und später auch dessen zu Hause. Die Schwester von Rabin, Rashita, hat zuerst große Angst vor der mitgebrachten Puppe. Ob sie noch nie eine gesehen hat? Nach einiger Zeit legt sich die Angst und sie beginnt, damit zu spielen wie andere Kinder auch. Schon bald ist sie mein Freund und ich kann mit ihr herumtoben.

Viel zu schnell geht die schöne Zeit in den Dörfern vorbei. Allerdings verschiebe ich auf Bitten der Leute 2 mal unsere Abreise. Auch der dritte Anlauf geht schief. An der Haltestelle gibt es Tumulte von Leuten mit den beiden Busbegleitern. Der Fahrer soll kurz vorher verhaftet worden sein. Also umsonst so zeitig aufgestanden und den langen Marsch mit Gepäck gemacht. Schließlich treffen wir 3 dann am 22.4. Abends völlig geschafft wieder in Katmandu ein.
Am 28. habe ich in Kathmandu großes Glück. Mir laufen doch tatsächlich nacheinander 2 Models mit ihren Fotografen über den Weg. Eine der beiden hübschen Frauen kommt aus China, die andere aus Hongkong. Freundlich frage ich, ob ich auch Fotos machen darf und erhalte sehr erfreut von beiden Mädchen ein Ja.
Aber leider geht auch die schönste Zeit einmal zu Ende und so trete ich am 1. Mai, der auch in Nepal ein Feiertag ist, die Heimreise an.

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